Verwaltungsrecht /
Artikelnummer: 06020902
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PRÜFER-GRIMASSEN IN MÜNDLICHEN PRÜFUNGEN ZULÄSSIG
Prüfern kann es nicht untersagt werden, mit unwilligen Gesichtsausdrücken auf falsche oder abwegige Antworten des Prüflings zu reagieren. Das entschied das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz in seinem Urteil vom 22.11.2005. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Klägerin, Prüfungskandidatin in der mündlichen Prüfung zur Steuerberaterin, klagte vor dem FG die Neubewertung ihrer Prüfungsleistung ein. Als Begründung hierzu gab sie an, von den "Grimassen" eines der Prüfer irritiert und somit in ihrer Leistung derart beeinträchtigt gewesen zu sein, dass ihr ein erfolgreiches Abschneiden nicht möglich war. Das Gericht führte hierzu aus, dass es Prüfern schlicht nicht untersagt werden kann, auf falsche oder fragwürdige Antworten des Prüflings mit entsprechenden Gesichtsausdrücken zu reagieren. Prüfer seien schließlich Menschen und keine Maschinen. Ferner führte das FG aus, dass eine angehende Steuerberaterin mit derartigen Situationen, die so durchaus im Leben vorkommen können, fertig werden muss. Die Klage wurde somit abgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: FG Rheinland-Pflaz von 31.01.2006
http://cms.justiz.rlp.de/justiz/nav/704/7047a060-9880-11d4-a735-0050045687ab,,,,fff70331-6c7f-90f5-bdf3-a1bb63b81ce4.htm Externer Link
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