Anlegerschutz /
Artikelnummer: 06031401
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AUCH DER ANLAGEVERMITTLER HAFTET WEGEN UNZUREICHENDER BERATUNG
Ein Anlagevermittler ist nach Ansicht des Oberlandesgericht Köln wegen unzureichender Beratung über Risiken der Geldanlage dann zum Schadensersatz verpflichtet, wenn er den Anleger mit einem Anlageberater zusammenbringt und die Anlage zuvor selbst empfohlen hat.
Die Anlegerin hatte sich, mit dem Ziel, eine Altersvorsorge aufzubauen, an einem geschlossenen Immobilienfonds mit 76.000 € beteiligt, dessen größter Teil durch ein Darlehen finanziert wurde. Der Fonds wurde insolvent. Ein beiläufiger Hinweis auf die Risiken des Totalverlustes im Fließtext eines vielseitigen Prospekts reichte für eine ordnungsgemäße Aufklärung über die Risiken der Anlage nicht aus, da zuvor bei einer Power-Point-Präsentation jeder Hinweis darauf gefehlt hat. Das Gericht sprach der Anlegerin einen Schadensersatz aus fehlerhafter Anlagevermittlung zu. Sie muss sich jedoch bei einer fehlgegangenen Kapitalanlage ein Mitverschulden von 50 Prozent anrechnen lassen, wenn sie den ausgehändigten Prospekt eines Anlagevermittlers nicht aufmerksam liest und zu vermuten ist, dass die Anlegerin aufgrund ihres Bildungsstandes und bisherigen Anlageverhaltens die Gefahr eines Totalverlustes eines geschlossenen Immobilienfonds hätte erkennen können.

Quelle: Institut Für Finanzdienstleistungen e.V. von 15.07.2005
http://www.money-advice.net/view.php?id=35931 Externer Link
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