Arbeitsrecht /
Artikelnummer: 06031402
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WER TROTZ KRANKSCHREIBUNG IN DEN SKIURLAUB FÄHRT, RISKIERT DIE FRISTLOSE ENTLASSUNG
Ein Arbeitnehmer, der als ärztlicher Gutachter für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei einem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) beschäftigt ist, muss die fristlose Kündigung seines Arbeitgebers als rechtswirksam hinnehmen. Der Kläger erkrankte an einer Hirnhautentzündung und war daher vom 08.09.2003-16.01.2004 krankgeschrieben. Während dieser Zeit ging er jedoch in den Skiurlaub, innerhalb welchen er sich das Schien- und Wadenbein brach, was zu einer erheblichen Verlängerung seiner Arbeitsunfähigkeit führte. Sein Arbeitgeber kündigte sodann das Arbeitsverhältnis fristlos, begründet mit der groben Pflichtverletzung seitens des Klägers. Dieser hatte weder seinen Arbeitgeber von dem geplanten Urlaub informiert, noch kam er seiner Pflicht zu einem gesundheitsfördernden Verhalten nach. Insbesondere als Gutachter für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gehört es zu seinen besonderen Pflichten, das Fehlverhalten von versicherten Arbeitnehmern mit Blick auf geschilderte Krankheitsbilder zu überprüfen. Er hat somit alles zu unternehmen, was der Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen in die Arbeit des MDK förderlich ist. Durch sein grob widersprechendes Verhalten hat der Kläger jedoch genau dieses nicht getan. Sein Arbeitgeber ist somit nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts berechtigt, das Arbeitsverhältnis nach § 626 BGB fristlos zu beenden.

Quelle: Bundesarbeitsgericht von 02.03.2006
http://www.bundesarbeitsgericht.de Externer Link
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