Agenturrecht / Internetrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 06031603
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WEBDESIGNER SIND KÜNSTLER IM SINNE DES KÜNSTLERSOZIALVERSICHERUNGSGESETZES
Das Berufsbild ist durch eine eigenschöpferisch-gestalterische Tätigkeit geprägt, die mit denen der Grafiker, Grafikdesigner und Layouter vergleichbar ist.
Nach § 1 Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) werden selbständige Künstler und Publizisten in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung versichert, wenn sie die künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausüben und im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigen. Dabei bleiben Auszubildende und geringfügig Beschäftigte ausgeklammert. Künstler ist nach § 2 KSVG, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt; Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt. Webdesigner werden nach Auffassung des Bundessozialgerichtes vom KSVG erfasst. Sie gestalten Bildschirmseiten unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten für Internet- und Intranetpräsentationen. Die Tätigkeit umfasse unter Berücksichtigung der Kundenwünsche und -vorgaben die Konzeptionierung und Realisierung von Bildschirmseiten mit Hilfe von Schrift, Grafik, Zeichnung, Fotografie und Video unter Verwendung spezieller Softwareprogramme. Da die Internetauftritte der Auftraggeber in der Regel der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit dienen und eigenschöpferisch-gestalterische Tätigkeiten in diesem Bereich grundsätzlich als künstlerisch im Sinne des § 2 KSVG gelten, komme es auf das Ausmaß der gestalterischen Freiheit im Einzelfall nicht an. Ebenso sei unerheblich, wenn man keine künstlerische Ausbildung absolviert habe.

Quelle: Bundessozialgericht von 07.07.2005
http://www.bundessozialgericht.de/ Externer Link
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