Agenturrecht / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 06031606
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WERBUNG FÜR DAS HERUNTERLADEN VON HANDY-KLINGELTÖNEN IN JUGENDZEITSCHRIFTEN IST UNLAUTER
Die Werbung für das Herunterladen von Handy-Klingeltönen über Mehrwertdienst-Rufnummern in Jugendzeitschriften ist unlauter, wenn sie keine klare, eindeutige und für den angesprochenen Minderjährigen verständliche Aufklärung über die aus dem Kauf resultierenden Kosten enthält und er die ihm tatsächlich entstehenden Kosten daher nicht abschätzen kann.
Im Streitfall hatte ein Unternehmen einer typischen Jugendzeitschrift ganzseitig für Klingeltöne und Logos geworben, die durch den Anruf einer kostenpflichtigen 0190-Nummer auf das eigene Handy heruntergeladen werden konnten. In der Werbung war nur der Preis pro Minute (1,86 Euro/min) in winzigen, kaum lesbaren Buchstaben angegeben. Unter der Rubrik "Wie bestelle ich?" hieß es u. a. : "In 1 Minute auf dem gewünschten Handy". Der voraussichtliche Endpreis, der sich aufgrund der Dauer des Ladevorgangs von ca. 3 Minuten auf 5,58 Euro belief, war nicht genannt. Nach Auffassung des Gerichts liegt eine unlautere Werbung insbesondere dann vor, wenn die Angabe des Minutenpreises für das Herunterladen kaum lesbar ist und die durchschnittliche tatsächliche Dauer des Ladevorgangs nicht bzw. unzutreffend kurz angegeben wird.

Quelle: Kammergericht Berlin von 02.08.2005
http://www.kammergericht.de/ Externer Link
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