Anlegerschutz /
Artikelnummer: 06033005
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LANDGERICHT STUTTGART GIBT MUSTERFESTSTELLUNGSANTRAG IM ZIVILVERFAHREN GEGEN DAIMLERCHRYSLER WEGEN VERSPÄTETER AD-HOC MITTEILUNGEN ZUM RÜCKTRITT VON SCHREMPP BEKANNT.
Mit der Bekanntgabe des Musterfeststellungsantrages tritt eine Unterbrechung des Verfahrens vor dem Landgericht ein. Bei der 21. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart sind bereits neun weitere gleichgerichtete Verfahren anhängig, in denen ebenfalls Musterfeststellungsanträge gestellt wurden. Es ist zu erwarten, dass das Landgericht Stuttgart im weiteren Verlauf das Verfahren dem Oberlandesgericht Stuttgart vorlegen wird.
Die Anleger machen aus eigenem und aus abgetretenem Recht Ansprüche gegen DaimlerChrysler geltend. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die am 28.7.2005 erfolgte Veröffentlichung des Rücktrittes seines Vorstandsvorsitzenden Prof. Jürgen Schrempp sei zu spät erfolgt. DaimlerChrysler hätte spätestens am 26.7.2005 den Rücktritt mitteilen müssen, denn spätestens zu diesem Zeitpunkt habe der Rücktritt festgestanden. Die Anleger machen den Differenzschaden geltend, der dadurch entstanden sei, dass die Aktien von DaimlerChrysler am 26.7.2005 nicht zu dem Preis verkauft werden hätten können, den die Aktie erbracht hätte, wenn pflichtgemäß bereits am 26.7.2005 und nicht erst am 28.7.2005 der Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden bekannt gemacht worden wäre. Sie verweisen darauf, dass die Veröffentlichung des Rücktritts zu einem Kursanstieg von mehr als 10% geführt habe. Das Unternehmen bestreitet die erhobenen Vorwürfe. Gibt das Oberlandesgericht dann im elektronischen Klageregister bekannt, dass ein Musterverfahren durchgeführt wird, hat dies zur Folge, dass die beim Amtsgericht und Landgericht Stuttgart anhängigen Verfahren von Amts wegen auszusetzen sind.

Quelle: Amtsgericht Stuttgart von 15.03.2006
http://www.amtsgericht-stuttgart.de/ Externer Link
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