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Artikelnummer: 06033105
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VIP-MEDIENFONDS: BANKEN VERWEIGERTEN ANLEGERN DEN VERZICHT AUF EINREDE DER VERJÄHRUNG
Die bei bundesweit mehr als 30 Landgerichten eingereichten Klagen richten sich überwiegend gegen den Geschäftsführer Andreas Schmid, die Commerzbank als Vertriebsbank und die schuldübernehmenden Banken Dresdner Bank (VIP 3) und die HypoVereinsbank (VIP 4).
Die VIP-Medienfonds-Gruppe legte insbesondere als sog. Garantiefonds den "VIP3-Fonds" und den "VIP4-Fonds" auf. Neben einer angeblichen garantierten Sicherheit wiesen diese Fonds sehr hohe Steuervorteile auf. Diese bis dahin fast einzigartige Kombination wurde dadurch erreicht, dass die Anlegergelder über zwischengeschaltete Firmen letztlich bei den sog. "schuldübernehmenden Banken" landeten. Die angebliche garantierte Sicherheit wurde tatsächlich nur durch eine sog. Schuldübernahme der Verpflichtungen der Vertriebsfirma durch die Dresdner Bank AG (VIP 3) bzw. durch die HypoVereinsbank AG (VIP 4) unterlegt. Diese Konstruktion führte nunmehr zu der Einleitung eines Strafverfahrens wegen Betrugs und Steuerhinterziehung (LG München I, Az.: 4 Qs 47/05; Staatsanwaltschaft München, Az.: 313 Js 38077/05). Gegen den Initiator des Fonds, Herrn Andreas Schmid, hat das AG München einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr und Verdunklungsgefahr erlassen. Die Klagen stützen sich auf Prospektmängel. Problematisch könnte die Verjährung der Ansprüche werden. Nach bisheriger BGH-Rechtsprechung beträgt die Verjährungsfrist sechs Monate ab Kenntnis. Anleger, die bereits Klage einreichten, schließen etwaige Verjährungsprobleme sicher aus. Ab jetzt ist jeder Einzelfall gesondert zu prüfen. Problematisch sind insbesondere die Mitte Oktober 2005 an die Anleger versandten Rundschreiben, in denen beispielsweise die VIP-Beratung für Banken AG auf die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft hinweist.

Quelle: KTAG Rechtsanwälte von 30.03.2006
http://www.dasanwaltsbuero.de/ Externer Link
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