Arbeitsrecht /
Artikelnummer: 06040503
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AUCH ARBEITNEHMER MUSS ABMAHNEN
Auch für den Arbeitnehmer gilt, dass eine auf Arbeitsvertragsverstöße des Arbeitgebers gestützte außerordentliche Kündigung in der Regel eine vorherige vergebliche Abmahnung voraussetzt.
Der Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung setzt einen wichtigen Grund nach § 626 Abs. 1 BGB voraus. Dies gilt für beide Vertragsparteien, somit für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber. Das Landesarbeitsgericht Köln stellte klar, dass auch der Arbeitnehmer gehalten ist, vor Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung, die auf den Arbeitsvertragsverstößen des Arbeitgebers gründet, zunächst nach dem Verhältnismäßigkeitsprinzip seine Rechte durch eine Abmahnung zu wahren. D.h., dass der Arbeitnehmer durch die Abmahnung dem Arbeitgeber Gelegenheit geben soll, das vertragsbrüchige Verhalten einzustellen und seinen Vertragspflichten wieder ordnungsgemäß nachzukommen. Ein wichtiger Grund nach § 626 Abs. 1 BGB kann nicht gegeben sein, wenn es einer solchen Abmahnung fehlt.

Quelle: Landesarbeitsgericht Köln von 08.06.2005
http://www.lag-koeln.nrw.de/ Externer Link
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