Verbraucherschutz /
Artikelnummer: 06040902
Trennlinien
ZAHNVERLUST BEIM VERZEHR VERSCHIEDENER FLEISCHSTÜCKCHEN EINES GRILLTELLERS
Kein Ersatz für einen Zahn, welchen ein Restaurantbesucher beim Verzehr eines Grilltellers verloren hatte; so lautet das Urteil das Bundesgerichtshofes (BGH).
Der Kläger machte den Ersatz des Eigenanteils an den Kosten der zahnärztlichen Behandlung sowie die Zahlung eines angemessenen Schmerzengeldes geltend. Ferner verlangte er die Feststellung der Ersatzpflicht des Restaurantbetreibers für alle zukünftig aus dem Schadensereignis vom 22.12.2003 entstehenden Schäden. An diesem Tag verzehrte der Kläger im Restaurant des Beklagten einen Grillteller, bestehend aus verschiedenen Fleischstückchen sowie Hackfleischröllchen. Dabei brach ihm ein Zahn ab. Der Kläger behauptete, dass ein harter Fremdkörper, bspw. ein kleiner Stein, in den Hackfleischröllchen dafür ursächlich war und berief sich auf den Beweis des ersten Anscheins. Dies bedeutet, dass sich das Schadensereignis auf einen typischen Geschehensablauf gründete. Der BGH stellte fest, dass es an einem solchen typischen Geschehensablauf hier mangelt. Das Abbrechen eines Zahns beim Verzehr eines aus verschiedenen Fleischstücken bestehenden Grilltellers ist nicht nach der Lebenserfahrung typischerweise auf das Vorhandensein eines in der Hackfleischmasse verborgenen festen (Fremd-)Körpers zurückzuführen. Vielmehr könnten auch andere Ursachen, wie bspw. eine Vorschädigung des relevanten Zahnes u.a. in Betracht kommen. Den Nachweis, dass das Abbrechen des Zahnes einzig und allein auf einen Fremdkörper in der Hackfleischmasse zurückzuführen ist, habe der Kläger nicht erbracht. Seiner Klage konnte somit nicht stattgegeben werden.

Quelle: Bundesgerichtshof von 05.04.2006
http://www.bundesgerichtshof.de Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben