Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 06041405
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BEI DER FERNSEHAUFZEICHNUNG EINER KONZERTAUFFÜHRUNG WIRD DAS DARGEBOTENE MUSIKWERK NUR VERVIELFÄLTIGT, NICHT BEARBEITET.
Der Bundesgerichtshof hat entscheiden, dass bei der Fernsehaufzeichnung einer Konzertaufführung das dargebotene Musikwerk nicht verfilmt wird. Das Werk der Musik wird dadurch nur vervielfältigt, nicht bearbeitet.
Nach der Ansicht der Richter ist die Verbindung eines Musikwerks mit dem Bildteil eines Films als solche bei unveränderter Übernahme der Musik nur eine Vervielfältigung. Das Werk der Musik werde dadurch zwar im ästhetischen Sinn Teil des "Gesamtkunstwerks" Film, die Bildfolgen des Films könne das Musikwerk aber nicht "verfilmen". Auch bei einem Film über eine Konzertaufführung des Werks könne lediglich dessen Darbietung gezeigt werden. Eine Bearbeitung im Sinne des Urheberrechts sei auch nicht deshalb anzunehmen, weil das Musikwerk durch die Verbindung mit Bildfolgen in einen neuen Zusammenhang gestellt werde. Musik und Bildfolgen gehören verschiedenen Kunstformen an und erscheinen deshalb auch nach ihrer Verbindung nicht in der Weise als Teil desselben Werkes.

Quelle: Bundesgerichtshof von 19.01.2006
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