Handels- und Gesellschaftsrecht / Internetrecht / Verbraucherschutz /
Artikelnummer: 06041704
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HÖHE DER VERSANDKOSTEN MUSS NICHT NOCHMALS UNMITTELBAR VOR ABSCHLUSS DES BESTELLVORGANGS AUSGEWIESEN WERDEN
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass eine klare und verständliche Information des Verbrauchers über zusätzlich zum Warenpreis anfallende Liefer- und Versandkosten im Online-Warenhandel erfolgen kann, ohne dass die Versandkosten noch einmal in einer - auf der für die Bestellung eingerichteten Internetseite unmittelbar vor Abschluss des Bestellvorgangs erscheinenden - "Bestell-Übersicht" neben dem Warenpreis der Höhe nach ausgewiesen werden.
Bei den Versandkosten handele es sich nicht um Bestandteile des Gesamtpreises im Sinne der BGB-InfoV. Der durchschnittliche Verbraucher werde nicht davon ausgehen, dass in dem genannten "Gesamtpreis" etwaige von ihm zu tragende Versandkosten enthalten sind. Dass ein Versandunternehmen hierauf im Einzelfall ohne erkennbaren Anlass verzichten sollte, sei fernliegend. Die Klarstellung hinsichtlich der Höhe der Versandkosten kann, nach Ansicht der Richter, auch auf andere Weise und/oder an anderer Stelle erfolgen als gerade durch die Bezifferung der Versandkosten neben dem Warenpreis auf der Seite "Bestell-Übersicht".

Quelle: Bundesgerichtshof von 05.10.2005
http://www.bundesgerichtshof.de Externer Link
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