Agenturrecht / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 06042502
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LIDL WEGEN LOCKVOGELANGEBOT VERURTEILT
Das Oberlandesgericht Stuttgart hat dem Discounter Lidl verboten, für einen Computerbildschirm bzw. eine Funk-Tastatur in hervorgehobener Weise zu werben, sofern die beworbenen Waren tatsächlich nicht in ausreichender Menge zur Befriedigung der zu erwartenden Nachfrage für einen angemessenen Zeitraum von zwei Tagen vorrätig gehalten werden.
Lidl hatte in einer regionalen Tageszeitung ganzseitig die Produkte als Aktionsware beworben. Der Darstellung der Wettbewerbszentrale zufolge wurde am Erscheinungstag der Anzeige um 13.00 Uhr einem interessierten Kunden in der Filiale Freudenstadt mitgeteilt, dass Bildschirm und Tastatur schon seit 9.00 Uhr ausverkauft seien. Im Regelfall sei ein Vorrat für zwei Tage angemessen. Dies gelte für Waren des täglichen Bedarfs, wozu auch das Angebot von Computern in Discountläden zähle. Hiergegen habe Lidl verstoßen, da schon binnen einer Stunde kein Warenvorrat mehr zur Verfügung gestanden habe. Generell, so das Gericht weiter, könne der Händler zwar dem Verbot entgehen, wenn er nachweist, dass eine kürzere als die gesetzliche Frist angemessen sei oder dass er angemessen disponiert habe, aber sein Vorrat wegen einer unerwartet hohen Nachfrage dann doch nicht gereicht habe. Beides habe Lidl aber nicht dargelegt.

Quelle: Wettbewerbszentrale von 30.06.2005
http://www.wettbewerbszentrale.de/ Externer Link
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