Arbeitsrecht /
Artikelnummer: 06042507
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WER BELEIDIGT ODER GAR DROHT, MUSS MIT DER FRISTLOSEN ENTLASSUNG RECHNEN
Beleidigungen und Drohungen seinem Vorgesetzten gegenüber rechtfertigen die fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber.
Wer seinen Vorgesetzten oder seine Mitarbeiter beleidigt oder ihnen mit tätlichen Angriffen droht, hat mit der fristlosen Kündigung zu rechnen. Ein Arbeitnehmer, beleidigte wiederholt seinen Vorgesetzten und drohte ihm sogar damit, dass er sich - wie andere seiner Kollegen auch - vor ihm in Acht nehmen müsste. Er drohte damit, dass er sich "eine Knarre" besorge und ihn dan "weg mache". Der Arbeitgeber reagierte auf dieses Verhalten mit der fristlosen Entlassung des Arbeitnehmers und bekam vom Landesarbeitsgericht Recht. Ein solches Verhalten ist ein wichtiger Grund nach § 626 BGB, der für die Erteilung der fristlosen Entlassung Voraussetzung ist. Strafbare Handlungen im Betrieb, insbesondere Tätlichkeiten, Beleidigungen oder Bedrohungen gegenüber Vorgesetzten und Arbeitskollegen kommen nach der allgemeinen Rechtsprechung als Grund für die fristlose Kündigung in Betracht. Bedrohungen eines Kollegen/Vorgesetzten stellen schwerwiegende Verletzungen der arbeitsvertraglichen Pflichten des Arbeitnehmers dar. Der Arbeitgeber hat nicht nur dafür zu sorgen, dass seine Arbeitnehmer keinen Bedrohungen ausgesetzt sind. Er hat vielmehr auch ein Interesse daran, dass die betriebliche Zusammenarbeit nicht durch tätliche Auseinandersetzungen und Bedrohungen beeinträchtigt wird. Aus diesem Grund kann dem Arbeitgeber nicht zugemutet werden, den Arbeitnehmer bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist weiterzubeschäftigen.

Quelle: Landesarbeitsgericht Hamm von 10.01.2006
http://www.lag-hamm.nrw.de/ Externer Link
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