Verbraucherschutz /
Artikelnummer: 06051903
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EIN REISEBÜRO HAFTET NICHT BEI UNTERLASSENER INFORMATION ÜBER ETWAIGE PASS- BZW. VISAERFORDERNISSE
Bedient sich ein Reisveranstalter eines Reisebüros zur Erfüllung seiner Aufklärungs- bzw. Informationspflichten hinsichtlich der von dem Kunden gebuchten Reise, so muss sich der Reiseveranstalter mögliche Pflichtverletzungen des Reisebüros grundsätzlich zurechnen lassen.
Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass es grundsätzlich nicht mehr die eigene Aufgabe des Reisebüros ist, dem Kunden diejenigen Informationen zu erteilen, die für die Abwicklung der ausgewählten Reise von Bedeutung sind. Mit der Entscheidung für eine bestimmte Reise beginnen die Verhandlungen über den Reisevertrag des Kunden mit dem gewählten Reiseveranstalter. Die Haftung des Reisebüros - als Vermittler der Reise - bezieht sich jedenfalls nur auf die Beratung bei der Auswahl der Reise, so der BGH. Pass- und Visaerfordernisse spielen in der Regel keine Rolle bei der Auswahl einer Reise. Informationen hierüber gehören somit in der Regel nicht zu dem Aufgabenbereich des Reisebüros, sondern sind allein die Pflicht des Reiseveranstalters bei den Verhandlungen über den Reisevertrag. Aus diesen Gründen konnte ein Kunde seine Ansprüche gegen ein Reisebüro nicht durchsetzen. Dieser hatte eine Pauschalreise nach Bulgarien gebucht, für die ein Reisepass erforderlich ist. Da er jedoch keinen Reisepass bei sich hatte, wurde er am Abreisetag im deutschen Flughafen zurückgewiesen.

Quelle: Bundesgerichtshof von 25.04.2006
http://www.bundesgerichtshof.de Externer Link
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