Straßenverkehrsrecht /
Artikelnummer: 06052004
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BEI AUFFAHRUNFÄLLEN TRÄGT NICHT IMMER DER AUFFAHRENDE DIE SCHULD ....
... zu diesem Schluss kam das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt in seiner Entscheidung.
Entgegen der allgemeinen Auffassung ist nicht immer von der Schuld des Auffahrenden bei einem Auffahrunfall auszugehen. Das OLG Frankfurt konnte kein schuldhaftes Verhalten eines Kfz-Führers feststellen, der auf den Pkw seines Vordermanns auffuhr. Dieser fuhr bei einer Ampel, nachdem diese auf Grün umschaltete, an, bremste dann jedoch plötzlich ab, weil er eine sich nähernde Straßenbahn gesehen hat. Die Straßenbahn hielt jedoch an einer an der Kreuzung befindlichen Haltestelle. Die Frankfurter Richter sahen in diesem abrupten Abbremsen eine Behinderung des Verkehrsflusses. Der Führer des Pkw bremste ohne für den nachfolgenden Verkehr erkennbare Ursachen unerwartet ab. Das Auffahren des ihm folgenden Pkw schien somit unabwendbar. Aufgrund dieser besonderen Konstellation sah das Gericht das Verschulden nicht beim Auffahrenden.

Quelle: Oberlandesgericht Frankfurt von 02.03.2006
http://www.olg-frankfurt.justiz.hessen.de/internet/olg-frankfurt.nsf/Frame/N24XTGW2889RLIGDE Externer Link
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