Straßenverkehrsrecht /
Artikelnummer: 06052005
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AUCH OHNE HELMPFLICHT KANN MITHAFTUNG DES GESCHÄDIGTEN VORLIEGEN
Obwohl es keine Helmpflicht für Fahrradfahrer gebe, stelle das Nichttragen eines solchen eine "Außerachtlassung der eigenen Interessen" dar, so die Richter am Landgericht Krefeld. Selbst bei einem 10-jährigen Kind kann somit von einer Mithaftung ausgegangen werden.
Der Junge war mit Freunden auf einem privaten Garagenhof BMX-Rad gefahren, ohne hierbei einen Fahrradhelm zu tragen. Die Kinder waren für Kfz-Fahrer nicht sichtbar, da sich der Zufahrtsbereich zum Hof hinter einer 1,60 Meter hohen Hecke befand. Als sich ein Transporter mit 30 km/h näherte, kam es zum Zusammenstoß mit dem Jungen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass sowohl der Fahrer des Transporters wie auch das Kind je 50% der Schuld tragen. Diese außergerwöhnliche Mithaftung eines Kindes begründeten die Richter mit dem Nichttragen des Fahrradhelmes, das auf die Außerachtlassung der eigenen Ineressen schließen lässt. Dem Jungen musste es ferner bewusst gewesen sein, dass er wegen der verdeckten Einsicht von der Straße aus für den fließenden Verkehr nicht erkennbar gewesen war.

Quelle: Landgericht Krefeld von 22.12.2005
http://www.lg-krefeld.nrw.de/v/default.htm Externer Link
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