Familienrecht /
Artikelnummer: 06062903
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NICHT SORGEBERECHTIGTE VÄTER HABEN ES SCHWER
Väter unehelicher Kinder, die kein Sorgerecht für ihre Kinder haben, verfügen nicht über ein Beschwerderecht, wenn sie sich gegen Entscheidungen des Familiengerichts mit Blick auf die Sorgerechtsregelung wehren wollen.
Vätern unehelicher Kinder steht nur dann die elterliche Sorge zu, wenn sie sich zusammen mit der Kindsmutter darüber erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen oder wenn sie die Kindsmutter heiraten. Scheiden beide Bedingungen aus, so hat nur die Mutter per Gesetz das Sorgerecht. So war es auch in dem vor dem Oberlandesgericht zu entscheidenden Fall. Der Vater eines unehelichen Kindes beantragte die Übertragung der elterlichen Sorge auf sich, da er sich mit dem Lebenswandel seiner Ex-Lebensgefährtin nicht einverstanden sehen konnte. Er sah insbesondere das Wohl seines Kindes gefährdet. Sein Antrag wurde in erster Instanz abgelehnt; gegen diese Entscheidung wehrte sich der Antragsteller vor dem Oberlandesgericht. Seine Beschwerde hatte jedoch keinen Erfolg, da ihm per Gesetz kein Beschwerderecht zustehe. Er sei durch die Entscheidung des Familiengerichts nicht in seinen Rechten verletzt, da er nicht der Sorgeberechtigte ist. Allein aus dem Verwandtschaftsverhältnis zum Kind folge noch kein Beschwerderecht.

Quelle: Oberlandesgericht Frankfurt von 06.12.2005
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