Familienrecht /
Artikelnummer: 06062911
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HEIMLICH EINGEHOLTES DNA-GUTACHTEN MAG SO MANCHE EINGESTÄNDNISSE ZU TAGE FÖRDERN ...
Ein heimlich eingeholtes DNA-Gutachten ist wegen Verstoßes gegen das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Kindes im Vaterschafts-Anfechtungsverfahren gegen den Willen des Kindes oder seines gesetzlichen Vertreters nicht verwertbar. Es ist selbst dann nicht verwertbar, wenn es zur schlüssigen Darlegung von Zweifeln an der Vaterschaft dienlich wäre. Gesteht jedoch die Mutter aufgrund dieses Gutachtens Mehrverkehr während der Empfängniszeit ein, so kann ihre Erklärung die Grundlage für die gerichtliche Schlüssigkeitsprüfung sein.
So konnte der Kläger in zweiter Instanz seine Nicht-Vaterschaft bezüglich des 1986 geborenen Sohnes feststellen lassen, obwohl er im Jahre 1990 die Vaterschaft in einer Urkunde vor dem Jugendamt anerkannte. Der Kläger hatte trotz Anerkennung seiner Vaterschaft permanente Zweifel, dass er tatsächlich als leiblicher Vater in Frage kommt. So holte er ein heimliches Vaterschaftsgutachten ein, welches selbst im Verfahren nicht verwertet werden darf. Jedoch sah sich die Mutter durch dieses Gutachten zu Eingeständnissen veranlasst. Sie gab an, vor der Geburt des Sohnes eine andere Beziehung gehabt zu haben. Aufgrund dieser neuen Tatsachen wurde ein weiteres Gutachten eingeholt, welches die Nicht-Vaterschaft des Klägers attestiert.

Quelle: Oberlandesgericht Koblenz von 23.02.2006
http://cms.justiz.rlp.de/justiz/nav/704/70479ed1-9880-11d4-a735-0050045687ab,,,,fff70331-6c7f-90f5-bdf3-a1bb63b81ce4.htm Externer Link
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