Erbrecht /
Artikelnummer: 06063006
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ERBVERLUST DURCH MISSVERSTÄNDLICHES TESTAMENT
Ein Testament kann gedeutet werden. Blieben aber Zweifel oder sei der mögliche Wille des Verstorbenen rechtlich nicht umsetzbar, so geht nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz ein eventueller Erbe leer aus.
Die verstorbene Mutter hatte in ihrem Testament verfügt, dass von ihren beiden Kindern die Tochter X "das Haus" bekommen soll und der Sohn Y die Barschaften. Allerdings gehörte das Haus nicht der verfügenden Mutter allein, sondern nach dem Tod des Vaters der Erbengemeinschaft, die aus Mutter, Tochter und Sohn bestand. Ein alleiniges Verfügungsrecht hatte der Auffassung der Richter zufolge die verstorbene Mutter nicht. Möglicherweise habe sie auch nur anordnen wollen, wie die beiden nun streitenden Geschwister das Erbe aufteilen sollten. Eine solche Anordnung sei rechtlich jedoch unwirksam.

Quelle: Oberlandesgericht Koblenz von 13.10.2005
http://cms.justiz.rlp.de/justiz/nav/704/70479feb-9880-11d4-a735-0050045687ab%2C%2C%2C%2Cfff70331-6c7f-90f5-bdf3-a1bb63b81ce4.htm Externer Link
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