Familienrecht /
Artikelnummer: 06070404
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WENN EIN UNTERHALTSPFLICHTIGER ELTERNTEIL EINE AUSBILDUNG ABSOLVIERT UND DEN ZU ZAHLENDEN UNTERHALT NICHT DARSTELLEN KANN
Grundsätzlich stellt die Rechtsprechung das Interesse eines unterhaltspflichtigen Elternteils zur Aufnahme einer Berufsausbildung/Weiterbildung hinter das Unterhaltsinteresse seiner Kinder. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Unterhaltspflichtige bereits eine Berufsausbildung absolviert hat und er somit über Erwerbsmöglichkeiten in dem erlernten Beruf zur Sicherung des Unterhalts verfügt.
Von dieser Position kann jedoch abegrückt werden, wenn der zum Unterhalt verpflichtete Elternteil erstmals eine Ausbildung aufnimmt. Begründet wird dies damit, dass das vollständige Absolvieren einer Berufsausbildung den Elternteil aller Voraussicht nach zur künftigen Darstellung und Sicherung des Unterhalts (ggf. auch im höheren Umfange) befähigen wird. Im konkreten Fall ließ sich ein Ehepaar scheiden. Aus der Ehe sind 3 Kinder hervorgegangen, die allesamt beim Vater leben. Die Mutter, eine Portugiesin, nahm eine Berufsausbildung auf, nachdem sie sich anfangs mit Geringfügigkeitsbeschäftigungen über Wasser hielt. Die vom Kläger geforderten Unterhaltsbeträge kann sie von ihrem Azubi-Gehalt i.H.v. anfangs 500,00 € brutto, später dann 530,00 € nicht bewerkstelligen und beruft sich auf Leistungsunfähigkeit. Ihrem Vorbringen wurde seitens des Gerichts stattgegeben.

Quelle: Oberlandesgericht Hamm; Entscheidung erhältlich in der Rechtssprechungsdatenbank des Landes NRW unter von 01.06.2005
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