Anlegerschutz /
Artikelnummer: 06070510
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MUSTERKLAGEN GEGEN DIE NORDDEUTSCHE LANDESBANK ABGEWIESEN
Die Anleger konnten nicht nachweisen, dass ein Verhalten der Nord/LB dazu geführt hat, dass der Fonds aufgelegt wurde und sie Anteilseigner wurden. Die bloße Kreditierung der Fondsgesellschaft durch die Nord/LB und deren mögliche drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung reichen für eine Haftung allein nicht aus, so das Landgericht Braunschweig.
Ein Projektentwickler und Bauträger hatte für die Sanierung eines Hotelkomplexes zur Errichtung eines Luxushotels Millionenkredite von der Nord/LB aufgenommen. Die klagenden Anleger warfen der Nord/LB vor, dass diese nach Eintritt wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Bauträger gedrängt habe, einen Immobilienfonds aufzulegen, um durch die erhofften Einlagen der Anleger ihr Kreditengagement zu retten. Zu diesem Zeitpunkt soll die bestehende Kommanditgesellschaft (die in eine Publikumskommanditgesellschaft umgewandelt werden sollte) bereits überschuldet und insolvenzreif gewesen sein. Eine Haftung komme dem Gericht zufolge nur bei einer maßgeblichen und entscheidenden Beeinflussung der Fondsauflage durch die Nord/LB in Betracht. Die Nord/LB hätte darüber hinaus Kenntnis von einer wirtschaftlich notleidenden Situation der Fondsgesellschaft haben müssen und um die fehlenden Erfolgsperspektive wissen müssen. Darüber hinaus müsste dies alles nachweisbar sein. Die Musterklagen gehören zu einen Komplex von insgesamt 257 beim Landgericht anhängigen Klagen, deren Gesamtvolumen knapp 13 Millionen € beträgt.

Quelle: Landgericht Braunschweig von 03.03.2006
http://www.landgericht-braunschweig.niedersachsen.de/ Externer Link
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