Straßenverkehrsrecht /
Artikelnummer: 06072116
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TIEFSTEHENDE, BLENDENDE SONNE IST KEINE AUSREDE
Wer nicht eindeutig erkennen kann, ob eine Ampel für ihn grün zeige, dürfe nicht einfach in den Kreuzungsbereich einfachen - so lautet das Urteil des Gerichts.
Eine Pkw-Fahrerin nimmt ihre Kfz-Versicherung für einen Schaden aus einem Verkehrsunfall in Anspruch. Sie befuhr eine Kreuzung, obwohl die Ampel rot zeigte und kollidierte so mit einem anderen Fahrzeug. Verletzt wurde niemand; der Pkw-Fahrerin entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 4.800 €. Diesen will sie nun von der Versicherung ersetzt bekommen. Die Versicherung lehnt jedoch eine Zahlung ab und begründet dies damit, dass die Pkw-Fahrerin grob fahrlässig gehandelt habe. Sie sei, obwohl sie wegen der tiefstehenden Sonne die Ampelfarbe nicht eindeutig erkennen konnte, mit zu hoher Geschwindigkeit in den Kreuzungsbereich eingefahren und hat hierdurch den Unfall verursacht. Die Fahrerin selbst geht davon aus, dass sie kein grobes Verschulden an dem Unfall treffe und ihre Versicherung daher leistungpflichtig sei. Sowohl das Amtsgericht wie auch das Landgericht konnten die Meinung der Pkw-Fahrerin nicht teilen. Wer nicht eindeutig erkennen könne, ob eine Ampel für ihn grün zeige, dürfe nicht einfach in den Kreuzungsbereich einfahren. Vielmehr hätte die Pkw-Fahrerin ihre Geschwindigkeit deutlich, ggf. bis zum Stillstand verlangsamen müssen. Ein Einfahren in die Kreuzung mit einer Geschwindigkeit von 50-70 km/h sei jedoch ein grobfahrlässiger Pflichtverstoß.

Quelle: Amtsgericht München von 06.02.2006
http://www.ag-m.bayern.de/ Externer Link
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