Agenturrecht / Internetrecht / Urheber- und Medienrecht / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 06072705
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EIN LINK AUS EINEM REDAKTIONELLEN BEREICH AUF EINE WERBESEITE MUSS ALS SOLCHER GEKENNZEICHNET WERDEN
Die Berliner Richter haben entschieden, dass ein Link, der aus einem redaktionellen Zusammenhang auf eine Werbeseite führt, so gestaltet sein muss, dass für den Internetnutzer erkennbar ist, dass auf eine Werbeseite verwiesen wird. Fehlt es daran, so liegt ein Verstoß gegen den Trennungsgrundsatz vor.
Die Parteien streiten - unter dem Gesichtspunkt einer redaktionellen Werbung - um die Zulässigkeit von zwei Werbeanzeigen einer Bank, die von dieser am 8. März 2005 auf ihrem für Leser unentgeltlichen, durch Werbung finanzierten Internetportal veröffentlicht worden waren. Der Inhalt des beanstandeten Links „Prominente Sparfüchse nehmen das Volks-Sparen unter die Lupe“ ist aus sich heraus nicht hinreichend eindeutig als Werbung erkennbar. Das werbende Unternehmen ist als Verfasser nicht genannt. Ein „Unter-die-Lupe-Nehmen“ kann zwanglos dahin verstanden werden, die Prominenten hätten für die Bank das Produkt neutral getestet und berichten darüber in einem redaktionellen Beitrag. Unterstützt wird dieser Eindruck durch verschiedene Links neben und unterhalb des „Sparfüchse“-Links. Denn diese deuten ebenfalls auf redaktionelle Beiträge der Bank hin.

Quelle: Kammergericht Berlin von 30.06.2006
http://www.kammergericht.de Externer Link
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