Anlegerschutz /
Artikelnummer: 06080208
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BANK IST NICHT VERPFLICHTET, KUNDEN REGELMÄßIGE EMPFEHLUNGEN FÜR ANLAGEENTSCHEIDUNGEN ZU GEBEN
Zum Gegenstand eines Depotvertrages gehört keine umfassende fortdauernde Beratungspflicht gegenüber dem Kunden über tatsächliche Gegebenheiten auf dem Kapitalmarkt, die zu einer Änderung der Anlageentscheidung führen könnten, so die Richter.
Vielmehr bestehe die Aufklärungs- und Beratungspflicht der Banken nur vor oder bei der Anlageberatung selbst. Nach Abschluss des Geschäfts - d.h. grundsätzlich zum Zeitpunkt der Anlageentscheidung - enden diese Pflichten, so das Landgericht Zweibrücken. Eine Bank, die ihrem Kunden regelmäßig Depotauszüge übersendet, aus denen sich der Tageskurs ergibt, ist nicht verpflichtet, den Kunden nochmals ausdrücklich auf den allgemeinen Kursverfall an den Weltbörsen aufzuklären oder davor zu bewahren, indem sie den Kunden etwa rechtzeitig zum Verkauf fallender Wertpapiere rät. Derartige fortlaufende Beratungspflichten außerhalb eines Vermögensverwaltungsvertrages zu verlangen, würde die Anforderungen an eine Bank überspannen. Die Richter sind der Auffassung, dass eine Bank nicht verpflichtet werden kann, fortlaufend zu überprüfen, ob die Anlageentscheidung aufgrund der aktuellen Börsenentwicklung noch gewinnversprechend sein wird oder nicht, bzw. ob zur Vermeidung von weiteren Verlusten entsprechende Wertpapiere rechtzeitig verkauft werden sollten. Auch bei einer Verwahrung von Wertpapieren im Depot bleibe der Kunde hiernach für seine Anlageentscheidung selbst verantwortlich. Er habe grundsätzlich das Risiko einer Fehleinschätzung zu tragen, wie er andererseits auch nicht verpflichtet sei, die Bank an seinem Gewinn teilhaben zu lassen.

Quelle: Landgericht Zweibrücken von 14.09.2005
http://cms.justiz.rlp.de/justiz/nav/704/70479ed1-9880-11d4-a735-0050045687ab,,,,fff70331-6c7f-90f5-bdf3-a1bb63b81ce4.htm Externer Link
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