Anlegerschutz /
Artikelnummer: 06080210
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URTEIL GEGEN EHEMALIGEN JUSTITIAR DER WABAG AG
Das Landgericht München I hat den Beklagten in seiner Eigenschaft als ehemaliger rechtlicher Berater der WABAG AG, Unterhaching, verurteilt, einem Anleger € 51.129,19 Schadenersatz zu bezahlen.
Der Anleger hatte angeführt, durch positive Aussagen des Justitiars gegenüber einer Versammlung von Anlageberatern, mittelbar zum Kauf von Anteilen der Trentec I AG verleitet worden zu sein; denn einer der dort anwesenden Anlageberater habe ihm dessen positive Einschätzung geschildert. Dies hatte den Anleger zum Kauf veranlasst. Das Gericht ging weiter davon aus, dass der Justitiar Kenntnis vom Fehlen wichtiger Hinweise im Anlageprospekt der Trentec I AG hatte. Er hatte selbst in einem Schreiben zu einem früheren Anlageprodukt an die Hauptverantwortlichen darauf hingewiesen, dass der Abschluss eines Teilgewinnabführungsvertrags den Prospekt unvollständig machen würde. Allein deshalb hätte er sich vergewissern müssen, ob der Fehler bei späteren Prospekten behoben wurde. Angesichts zahlreicher verfahrensrechtlicher Besonderheiten dürfte es sich um eine Einzelfallentscheidung handeln, die kein Präjudiz für den Ausgang anderer Prozesse darstellt.

Quelle: Landgericht München I - Pressemitteilung von 21.07.2006
http://www4.justiz.bayern.de/lgmuenchen1/ Externer Link
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