Internetrecht / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 06080702
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GOOGLE UND DIE VIRTUELLE BIBLIOTHEK
Im Oktober 2004 hat Google sein Projekt einer virtuellen Bibliothek im Internet angekündigt. Die Bücher kommen aus sehr anspruchvollen Bibliotheken, wie Harvard, Stanford oder Michigan. Dieses Projekt, erst Google Print und dann Google Book Search genannt, wurde von Verlagen und Bibliotheken stark kritisiert, da Google ohne die Genehmigung der Herausgeber handelt. Die französische Verlagsgruppe La Martinière hat Google und Google France wegen Verletzung des Urheberrechts am 6. Juni 2006 vor dem Tribunal de Grande Instance (TGI) von Paris verklagt. La Martinière wirft Google vor, die Digitalisierung der Bücher ohne entsprechende Genehmigung vorzunehmen. Google setzt dem entgegen, dass die Herausgeber eine Digitalisierung ihrer Bücher ablehnen können. Nach Auffassung des Unternehmens stellt diese virtuelle Bibliothek ein Vorteil für die Herausgeber dar. Google gibt tatsächlich nur einen Auszug der durch das Urheberrecht geschützten Bücher wieder und nennt einen Link, der auf ein entsprechendes Kaufangebot zum Buch verweist, falls dies möglich ist.

Quelle: Tribunal de Grande Instance, Paris von 06.06.2006
http://www.tgi-paris.justice.fr/ Externer Link
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