Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 06081105
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DER BUNDESGERICHTSHOF ENTSCHEIDET ZUR WETTBEWERBSWIDRIGKEIT DER DIREKTANSPRACHE VON ARBEITNEHMERN AM ARBEITSPLATZ
Bei der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung von Anrufen bei Mitarbeitern anderer Unternehmen zu Abwerbungszwecken, bei denen dienstliche Telefoneinrichtungen benutzt werden, ist nicht danach zu unterscheiden, ob Festnetz- oder Mobiltelefone benutzt werden, so die Bundesrichter.
Der Bundesgerichtshof hält an seiner Auffassung fest, dass das Abwerben von Mitarbeitern eines anderen Unternehmens als Teil des freien Wettbewerbs grundsätzlich erlaubt ist. Der Anruf bei Mitarbeitern eines anderen Unternehmens am Arbeitsplatz sei nur dann ein wettbewerbsrechtlich unlauteres Mittel der Abwerbung, wenn er über eine erste kurze Kontaktaufnahme hinausgeht. Ein Anruf, bei dem ein Mitarbeiter erstmalig nach seinem Interesse an einer neuen Stelle befragt wird, diese kurz beschrieben sowie ggf. eine Kontaktmöglichkeit außerhalb des Unternehmens besprochen wird, sei danach grundsätzlich nicht wettbewerbswidrig. Es ist dem Gericht zufolge nicht danach zu unterscheiden, ob Festnetz- oder Mobiltelefone benutzt werden.

Quelle: Bundesgerichtshof von 09.02.2006
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