Straßenverkehrsrecht /
Artikelnummer: 06082301
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GRUNDSÄTZLICH GILT: HALTEN SIE AUSREICHEND ABSTAND!
Ein Autofahrer, der durch sein unerwartetes riskantes Bremsmanöver die nachfolgenden Fahrzeuge in Gefahr bringt und dann einfach weiterfährt, muss damit rechnen, dass er für den hierdurch verursachten Schaden - zumindest anteilig - zur Kasse gebeten wird. So sahen das jedenfalls die Richter am Landgericht München I.
Autofahrer X war nach Zeugenaussagen auf einer Landstraße in Richtung Autobahn unterwegs, als er völlig unerwartet auf Höhe einer Abfahrt abbremste, bis er zum Stillstand kam. Die hinter ihm fahrenden Verkehrsteilnehmer reagierten allesamt mit Vollbremsungen, was für die 3 Fahrzeuge hinter X fahrenden Kläger zum Sturz führte. Diese waren mit einem Motorrad unterwegs. Durch den Sturz erlitt insbesondere der Sozius Verletzungen. Zudem entstand nicht unerheblicher Sachschaden am Motorrad sowie an der Kleidung der Kläger. Autofahrer X gab unterdessen wieder Gas und fuhr davon; er bog ungeachtet der durchgezogenen Linie und der Sperrfläche nach rechts ab. Die Richter sahen es aufgrund der unterschiedlichen Zeugenaussagen als erwiesen an, dass X für den entstandenen Schaden durch sein Verhalten verantwortlich ist. Sie verurteilten diesen daher zur Übernahme von 2/3 des Schadens. Doch auch die Kläger selbst müssen 1/3 des Schadens tragen. Grund hierfür ist, dass jeder Verkehrsteilnehmer seinen Abstand zum Vordermann grundsätzlich so wählen muss, dass er auch bei unvermuteten Vorkommnissen noch rechtzeitig bremsen kann.

Quelle: Landgericht München I von 07.08.2006
http://www4.justiz.bayern.de/lgmuenchen1/ Externer Link
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