Anlegerschutz /
Artikelnummer: 06083004
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SPARKASSE MUSS KUNDIN WEGEN FALSCHBERATUNG RUND 53.000 € ERSETZEN.
Das Landgericht Coburg und das Oberlandesgericht Bamberg verurteilten eine Sparkasse, einer durch die Investition in Argentinien-Anleihen baden gegangenen Kundin ca. 53.000 € gegen Rücknahme der "Wert"-Papiere zu ersetzen. Nach Überzeugung der Richter hatte der Bankangestellte die Anlegerin fehlerhaft beraten.
Eigentlich wollte die Anlegerin mit dem Erlös aus dem Verkauf ihrer Eigentumswohnung vorzeitig Kreditschulden zurückzahlen. Da aber die Kreditanstalt hierfür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangte, beschloss sie, das Geld zunächst bei ihrer Hausbank zu parken. Die langjährige Kundin gab dem Bankmitarbeiter deshalb deutlich zu verstehen, dass der Geldbetrag sicher angelegt werden müsse. Der Berater empfahl ihr daraufhin, in Anleihen der Republik Argentinien zu investieren. Ihre Sorge nach der Sicherheit der Anlage zerstreute er mit der Frage, ob sie schon einmal gehört hätte, dass ein Staat Pleite gehen könne. Allerdings verschwieg der Bankangestellte der Anlegerin die bereits bekannten Zahlungsschwierigkeiten des lateinamerikanischen Staates und den hochspekulativen Charakter der Papiere. Ca. zwei Jahre nach der Investition, im Dezember 2001, stellte Argentinien wegen einer schweren Finanzkrise jegliche Zahlungen auf öffentliche Anleihen ein. Die entsetzte Klägerin warf der Sparkasse vor, sie unzureichend über das Verlustrisiko aufgeklärt zu haben. Das Geldinstitut weigerte sich jedoch, die praktisch wertlos gewordenen Papiere zurückzunehmen und der Kundin das investierte Geld zu erstatten. Zu Unrecht, wie die Gerichte befanden. Der Bankangestellte habe der Klägerin gegen ihre ausdrückliche Erklärung äußerst spekulative Wertpapiere vermittelt. Er habe außerdem auf mehrere, in Bankenkreisen bekannte Fakten nicht hingewiesen. Über diese Aufklärungspflichten habe sich der Mitarbeiter bewusst hinweggesetzt. Die Sparkasse müsse ihrer Kundin den erlittenen Verlust daher ersetzen.

Quelle: Landgericht Coburg - Pressemitteilung von 04.08.2006
http://www.justiz-coburg.de/ Externer Link
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