Internetrecht / Verbraucherschutz /
Artikelnummer: 06083102
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FEHLT EINER ANGEPRIESENEN SACHE EINE ZUGESICHERTE EIGENSCHAFT, IST AUCH EIN KAUF ÜBER EBAY RÜCKABZUWICKELN
Wer beispielsweise über das Internetauktionshaus eBay Waren zum Kauf anbietet, sollte sich vor leeren Zusagen hüten. Mangelt es dem verkauften Objekt nämlich an einem versprochenen Attribut, ist nicht nur das zunächst schnell verdiente Geld ruck zuck wieder weg. Noch verhängnisvoller für den Warenanbieter kann sich vielmehr der Ansehensverlust auswirken.
Über eBay bot die Verkäuferin nach eigenen Worten die "Originalausgabe" von "Max und Moritz" aus dem "Erscheinungsjahr 1884" an. Die Onlineanbieterin hob hervor, dass es sich um keine Kopie handelte. Diese Gelegenheit ließ sich ein glühender Wilhelm-Busch-Liebhaber nicht entgehen. Er ersteigerte das Werk für rund 1.200 €. Doch wie groß war die Enttäuschung, als der Käufer nicht das ersehnte Original, sondern einen Abdruck in den Händen hielt. Er sah sich selbst als Opfer eines üblen Streichs und forderte umgehend die Rückabwicklung des Vertrages. Wider Erwarten weigerte sich die Verkäuferin, warf sie doch ihrerseits dem Ersteigerer unredliches Verhalten vor. Er habe einfach das ihm zugesandte Original gegen eine Kopie ausgetauscht. Das sieht das Landgericht Coburg anders. Die Verkäuferin habe ein von Wilhelm Busch persönlich kalligrafiertes und illustriertes Werk versprochen. Geliefert habe sie freilich einen nachgemachten Buchdruck. Dies stelle einen Sachmangel dar. Dass der Käufer in betrügerischer Absicht die angeblich ihm geschickte Originalausgabe gegen eine Kopie ersetzt habe, sei nicht nachgewiesen worden. Die Onlineanbieterin müsse daher den Kaufpreis zurückzahlen und den Druck zurücknehmen.

Quelle: Landgericht Coburg - Pressemitteilung von 18.08.2006
http://www.justiz-coburg.de/ Externer Link
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