Anlegerschutz /
Artikelnummer: 06091505
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DIE 3-JÄHRIGE VERJÄHRUNGSFRIST NACH § 37A WERTPAPIERHANDELSGESETZ ERFASST SÄMTLICHE ANSPRÜCHE BEI FEHLERHAFTER ANLAGEBERATUNG
Wird eine fehlerhafte Beratung gerügt, beginnt die Verjährung der Schadensersatzansprüche aus einem Vermögensverwaltungsvertrag, mit dem ersten Erwerb des Wertpapiers. Die Verjährung tritt dabei für alle Ansprüche - auch aus späteren Käufen - einheitlich ein, so das Oberlandesgericht Frankfurt.
Die Anlegerin macht gegen ihre Vermögensverwaltung einen Anspruch auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Beratung und Information im Rahmen der Vermögensverwaltung geltend. Die Vorsinstanz hatte die Klage der Anlegerin abgewiesen und dies damit begründet, dass der geltend gemachte Anspruch jedenfalls nach § 37a Wertpapierhandelsgesetz verjährt sei. Die Anlegerin habe im November 2000 den Vertrag über die Vermögensverwaltung abgeschlossen, die ersten Gelder seien 2001 zur Verfügung gestellt worden, was spätestens zur Entstehung des Anspruchs geführt habe. Mit der Bereitstellung der Gelder für die durchgeführte Vermögensverwaltung habe sich das Risiko der falschen Anlage realisiert. Bei Einreichung der Klage im April 2005 sei damit die dreijährige Verjährungsfrist abgelaufen gewesen. Die Verjährung erfasse neben vertraglichen Schadensersatzansprüchen auch solche aus allen anderen Rechtsgrundlagen. Die Verjährung sei auch unabhängig davon eingetreten, dass es sich bei der Vermögensverwaltung um ein Dauerschuldverhältnis gehandelt habe, da ansonsten der Kunde die Möglichkeit hätte, die Entwicklung der Anlagen abzuwarten und erst bei einer vermeintlich negativen Entwicklung Ansprüche geltend zu machen. Dies haben nun die Richter am Oberlandesgericht bestätigt.

Quelle: http://www.olg-frankfurt.justiz.hessen.de von 02.08.2006
Oberlandesgericht Frankfurt Externer Link
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