Strafrecht / Straßenverkehrsrecht /
Artikelnummer: 06100402
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KEINE BEWÄHRUNG FÜR ALKOHOLISIERTEN LKW-FAHRER
So lautet das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart. Dieses hat einen 49-jährigen Möbelhändler zu einer Freiheisstrafe von 1 Jahr und 4 Monaten ohne Bewährung verurteilt.
Liegen keine besonderen Umstände in der Tat oder in der Persönlichkeit des Unfallverursachers vor, die eine Strafaussetzung zur Bewährung rechtfertigen würden, muss die Freiheitsstrafe verhängt werden. Dies schon aus dem Grundsatz heraus, dass bei Verkehrsvergehen mit tödlichen Unfallfolgen, die auf Trunkenheit zurückgehen, vielfach keine Freiheitsstrafen zur Bewährung angezeigt seien. Im hier vorliegenden Fall hatte der Lkw-Fahrer mit 1,65 Promille (4 Viertel Rotwein) einen Verkehrsunfall verschuldet, bei dem ein 31-jähriger Pkw-Fahrer ums Leben kam. Dieser hinterließ seine Ehefrau und 3 Kinder im Alter von 8, 11 und 15 Jahren. Obwohl durch den Strafvollzug die wirtschaftliche Existenz des Unfallverursachers gefährdet sein könnte, ist von einer Bewährung nicht auszugehen. Die hohe Alkoholisierung bei der Fahrt mit einem Lkw stehe dem entgegen, so die Richter.

Quelle: Oberlandesgericht Stuttgart von 03.08.2006
www.olgstuttgart.justiz.bwl.de Externer Link
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