Familienrecht / Sozialrecht /
Artikelnummer: 06101001
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VATERSCHAFTSFESTSTELLUNG AUCH NACH TOD DES VATERS MITTELS DNA-ANALYSE
Auch nach dem Tod des Vaters kann dessen Vaterschaft mittels DNA-Analyse festgestellt werden. Dies war für eine 16-jährige Tochter entscheidend, die nach dem Tod ihres Vaters nun Halbwaisenrente im Klagewege durchsetzen konnte.
Verstirbt ein rentenversicherter Vater, so haben seine Kinder längstens bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres Anspruch auf Halbwaisenrente, wenn die allgemeine Wartezeit erfüllt wurde. Diesen Anspruch setzte die 16-jährige Tochter des im November 1997 verstorbenen Vaters nun im Klagewege durch. Sie machte geltend, ihr leiblicher Vater sei der Mann, der mit ihrer Mutter von 1989 bis zu seinem Tod im November 1997 in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt habe. Dies reichte der Deutschen Rentenversicherung nicht aus. Diese machte insbesondere geltend, dass aus der Geburtsurkunde der Klägerin nicht hervorgehe, dass der verstorbene Versicherte ihr leiblicher Vater sei. Die Angaben der Mutter zur biologischen Vaterschaft des verstorbenen Versicherten reichten allein nicht aus. Nachforschungen des Gerichts führten zu dem Ergebnis, dass im Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung des verstorbenen Versicherten im Jahre 1997 Gewebeproben zur Verfügung standen. Anhand dieser konnte die Vaterschaft des Verstorbenen zu 99,99448% festgestellt werden. Daraufhin erkannte die Deutsche Rentenversicherung die rückwirkende Zahlung der Halbwaisenrente an. Zusätzliche Information: Versterben beide Elternteile, so kann der Vollwaise Anspruch auf Vollwaisenrente haben.

Quelle: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen; erhältlich in der Rechtsprechungsdatenbank des Landes NRW unter: von 02.10.2006
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