Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 06101207
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DAS BUNDESVERFASSUNGSGERICHT HAT ZUR BILDBERICHTERSTATTUNG ÜBER FREUNDE VON PROMINENTE ENTSCHIEDEN
Danach bestimmt sich der Umfang des Persönlichkeitsschutzes nach dem eigenen Verhalten.
Anfang des Jahres 2002 hatte sich zwischen der Beschwerdeführerin, die bis dahin in keiner Weise in das Blickfeld der Medienöffentlichkeit getreten war, und dem Ehemann einer prominenten Schauspielerin eine Liebesbeziehung entwickelt. Im Februar 2002 veröffentlichte die Presse Lichtbilder, die das Paar gemeinsam zeigten. In der Folgezeit zerbrach die Ehe des prominenten Schauspielers. Dies wurde Gegenstand einer umfangreichen Presseberichterstattung, die auch die Rolle der Beschwerdeführerin einschloss. Im Januar 2003 suchte die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Partner eine Veranstaltung zur Verleihung eines Film- und Videopreises auf, die regelmäßig ein erhebliches Medieninteresse auf sich zieht. Bei dieser Gelegenheit wurde die Beschwerdeführerin von ihrem Partner in einer kurzen Stellungnahme einem Mitarbeiter einer auf dem Gebiet der Unterhaltungspresse führenden Tageszeitung als seine neue Lebensgefährtin vorgestellt. Die Beschwerdeführerin nahm diese Stellungnahme ihres Partners hin und duldete ferner die Anfertigung von Lichtbildern, welche sie zusammen mit ihrem Partner zeigen. Der Auftritt der Beschwerdeführerin im Januar 2003 kann den Verfassungsrichtern zufolge als freiwillige Mitveranlassung einer auf ihre Privatsphäre bezogenen Medienberichterstattung eingestuft werden. Dieser wiege hinreichend schwer und rechtfertige ein Zurücktreten des Schutzanspruchs des Persönlichkeitsrechts auch hinter ein allein unterhaltend ausgerichtetes Informationsinteresse.

Quelle: Bundesverfassungsgericht von 21.08.2006
http://www.bverfg.de Externer Link
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