Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 06101209
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DIE BILDER 'AUßER ATEM I' UND 'AUßER ATEM II' DER ZEITGENÖSSISCHEN BERLINER KÜNSTLERIN XENIA HAUSNER DÜRFEN WEITER GEZEIGT WERDEN.
In einem zwischen den beiden Parteivertretern ausgehandelten Vergleich verpflichtete sich die Künstlerin, bei jeder künftigen Nutzung ihrer beiden Werke auf die Verwendung der Fotografie von Paul Englert hinzuweisen. Für die weitere Nutzung vereinbarten die Parteien ein Honorar. Außerdem verpflichtete sich die Künstelrin, in künftigen Werken keine Aufnahmen des Fotografen mehr einzuarbeiten.
Das Landgericht München I hatte am 21.04.2006 auf Antrag eines Fotografen die Nutzung per einstweiliger Verfügung untersagt, da die Künstlerin als zentrales Element ihrer beiden Collage-artig aufgebauten Werke dessen Aufnahme der Hauptdarstellerin des Stücks „Endstation Sehnsucht“ im Schauspiel Frankfurt verwendet hatte; sie war in der FAZ vom 17.01.2004 und der SZ vom 19.01.2004 abgedruckt worden, wo die Künstlerin sie fand und für Ihre Werke verwendete. Hierfür hatte sie jedoch den Fotografen nicht um sein Einverständnis gebeten. Nur im Falle einer sog. freien Bearbeitung, wenn der Eindruck des Originals gegenüber demjenigen der neuen Werke „verblasst“, lässt das Urheberrecht eine Nutzung unabhängig vom Einverständnis des Schöpfers des Ausgangswerkes zu. Das Gericht wies darauf hin, dass die Künstlerin die Aufnahme des Fotografen nur leicht verfremdete und auch inhaltlich nicht in einen völlig neuen Kontext stellte. Die Fotografie präge mit ihrem sehr expressiven Ausdruck auch innerhalb der neuen Bildkompositionen die Aussage der beiden neuen Werke der Künstlerin ganz wesentlich. Um eine Präsenz der beiden Werke in der Kunstszene weiter zu ermöglichen, rieten die Richter den Parteien, über die Einräumung einer Nutzungslizenz zu verhandeln. Diese Verhandlungen führten nun zum Erfolg.

Quelle: Landgericht München I - Pressemitteilung von 10.10.2006
http://www4.justiz.bayern.de/lgmuenchen1/ Externer Link
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