Familienrecht / Strafrecht /
Artikelnummer: 06102401
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BUNDESGERICHTSHOF (BGH) HEBT URTEIL WEGEN MISSHANDLUNG EINES KLEINSTKINDES DURCH DIE EIGENEN ELTERN AUF.
Im Falle der Misshandlung eines Kleinstkindes stellte der Bundesgerichtshof fest, dass spätestens von dem Zeitpunkt an, von dem der nicht-aktiv handelnde Angeklagte erstmals Kenntnis von der Misshandlung durch den anderen Elternteil erlangte, er umgehend geeignete Maßnahmen hätte ergreifen müssen, um weitere drohende Übergriffe von dem Kind abzuwenden.
Zumindest einer der beiden Elternteile hatten schon kurz nach der Geburt massive Gewalt gegenüber dem Kind angewandt, so dass dieses mit schwersten Verletzungen und im lebensbedrohlichen Zustand in eine Klinik eingeliefert werden musste. Im Gegensatz zur Vorinstanz kam der BGH zu dem Schluss, dass der nicht aktive Elternteil in dem Zeitpunkt, in dem er Kenntnis von einer Misshandlung erlangte, Anlass zu der Annahme hatte, dass das Kind von seinem Partner auch in Zukunft gequält oder roh misshandelt werden könne. Nachdem der BGH die Sache zur erneuten Verhandlung an das Landgericht zurückverwiesen hatte, wurden die Eltern wegen Misshandlung einer Schutzbefohlenen zu Freiheitsstrafen von 2 Jahren unter Strafaussetzung zur Bewährung verurteilt. Die Revision der Eltern hat er dagegen als offensichtlich unbegründet verworfen.

Quelle: Bundesgerichtshof von 19.10.2006
http://www.bundesgerichtshof.de Externer Link
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