Bau- und Architektenrecht /
Artikelnummer: 06102605
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AUFTRAGGEBER HAT GEGENÜBER ARCHITEKTEN ANSPRUCH AUF VORLAGE DES SCHRIFTWECHSEL MIT DEN AM BAU BETEILIGTEN FIRMEN.
Dem Kammergericht Berlin zufolge trifft den Architekten eine umfassende Auskunftspflicht, die den Bauherrn nach vorzeitiger Beendigung des Architektenvertrages in die Lage versetzt soll, seine Ansprüche gegenüber den Baufirmen durchzusetzen.
Der Anspruch auf Vorlage eines Bestandverzeichnisses über den Schriftwechsel mit den am Bau beteiligten Firmen folgt aus den zivilrechtlichen Vorschriften zum Auftrag und zum Geschäftsbesorgungsvertrag. Danach trifft den Architekten eine umfassende Auskunftspflicht, die den Bauherrn nach vorzeitiger Beendigung des Architektenvertrages in die Lage versetzt soll, seine Ansprüche gegenüber den Baufirmen durchzusetzen, so das Kammergericht. Dazu benötige er den vom Architekten mit den Baufirmen geführten Schriftwechsel, den der Architekt auch herausgeben müsse. Ohne eine Auflistung des Schriftwechsels könne der Bauherr einen evtl. Herausgabeanspruch gegenüber dem Architekten nicht mit der gebotenen Bestimmtheit beschreiben. Die Richter stellen abschließend fest, dass der Auskunftsanspruch des Bauherrn gegen den Architekten selbst dann besteht, wenn sich sämtliche Bauunterlagen im Besitz des Bauherrn befinden.

Quelle: Kammergericht Berlin von 08.11.2005
http://www.kammergericht.de Externer Link
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