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Artikelnummer: 08122006
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TRAUMRENDITEN GIBT´S NICHT OHNE RISIKO
Preist ein Finanzberater seinem Kunden gleichwohl eine Geldanlage als "absolut sichere Kapitalanlage mit einer Traumrendite von mehr als 100% pro Jahr" an, so haftet er für den Schaden des Anlegers. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Coburg, mit der ein Anlagevermittler verurteilt wurde, seinem Kunden Schadensersatz in Höhe von rund 17.200 € zu leisten. Der klagende Anleger hatte nämlich auf die Angaben seines Finanzberaters vertraut und dadurch einen erheblichen Zinsverlust erlitten.
Der beklagte Finanzfachmann hatte einem langjährigen Kunden die Vermittlung eines „bank-to-bank-Geschäfts“ angeboten. Bei 100%-iger Absicherung der Kapitaleinlage versprach er Renditen von 100% in 40 Wochen bzw. 350% in zwei Jahren. Daraufhin zeichnete der klagende Anleger Anfang 2007 eine Anlage von 250.000 € und zahlte dem beklagten Vermittler für die Vermittlung 5.000 €. Der Anleger kam mit einem blauen Auge davon: Mit Hilfe der Staatsanwaltschaft erhielt er letztlich Anfang 2008 seine Einlage zurück. Vom Vermittler wollte er nun die 5.000 € Provision sowie einen Zinsverlust in Höhe von rund 12.200 € erstattet haben. Damit hatte er vor dem Landgericht Coburg Erfolg. Denn der beklagte Finanzvermittler hätte den Anleger richtig und vollständig über alle für die Anlage wichtigen tatsächlichen Umstände informieren und das Anlagekonzept auf wirtschaftliche Plausibilität überprüfen müssen. Diese Pflichten erachtete das Gericht als verletzt. Es sah als gerichtsbekannt an, dass es Anlagen wie die vom beklagten Vermittler angepriesene nicht gibt. Mit sicheren Geldanlagen ließen sich nur viel geringere Renditen erwirtschaften; umgekehrt wären die versprochen Renditen allenfalls durch hoch spekulative Geschäfte zu erzielen. Das musste dem beklagten Finanzfachmann bekannt sein. Er hat seinen klagenden Kunden darum so zu stellen, wie er ohne die Geldanlage stünde. Das heißt: Rückzahlung der Vermittlungsprämie und Erstattung anderweitig möglicher Anlagezinsen (in Höhe von „soliden“ 5 % jährlich).

Quelle: Landgericht Coburg - PM 398 vom 12.12.2008 von 25.06.2008
http://www.justiz-coburg.de Externer Link
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