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Artikelnummer: 09051502
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GROB FAHRLÄSSIGES HANDELN EINES ANLEGERS BEI VORLAGE EINES PROSPEKTS UND ABWEICHENDEN ANGABEN DES VERMITTLERS
Der Anleger ist gehalten, einen ihm ausgehändigten Prospekt zur Kenntnis zu nehmen. Dies hat das Oberlandesgericht Celle entschieden. Nimmt der Anleger vom Vermittler einen zum Zweck der Aufklärung ausgehändigten Prospekt zur Kenntnis und verharmlost der Vermittler in einem Beratungsgespräch die dort beschriebenen Risiken, hafte der Vermittler für die unrichtige Beschreibung der Chancen und Risiken der Anlage auf Schadensersatz.
Ein Anleger ist gehalten, die ihnen vorgelegten Prospekte zur Kenntnis zu nehmen. Nach Auffassung des Gerichts kann aus dieser Kenntnisnahme hingegen nicht abgeleitet werden, dass der Anleger stets grob fahrlässig handelt, wenn die Angaben des Vermittlers mit den im Prospekt enthaltenen Hinweisen nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Durch einen Beteiligungsprospekt, welches Chancen und Risiken der Kapitalanlage in hinreichendem Maße verdeutliche, dürfe kein Freibrief für den Vermittler entstehen, die Risiken abweichend von den Angaben im Prospekt darzustellen und hierdurch in dem Interessenten ein Bild hervorzurufen, welches geeignet sei, seine Entscheidungsbildung durch die Entwertung der im Prospekt enthaltenen Angaben zu beeinflussen. Nimmt der Anleger vom Vermittler einen zum Zweck der Aufklärung ausgehändigten Prospekt zur Kenntnis und verharmlost der Vermittler in einem Beratungsgespräch die dort beschriebenen Risiken, hafte der Vermittler für die unrichtige Beschreibung der Chancen und Risiken der Anlage auf Schadensersatz, ohne dass allein auf Grund des Widerspruchs zwischen Prospekt und Beratungsgespräch der Anleger mit der Folge grob fahrlässig gehandelt haben muss, dass die Verjährung der genannten Schadensersatzansprüche schon mit dem Abschluss des Kapitalanlagevertrags beginnt. Ein Anleger, der jedoch schriftlich eine andere als die erfolgte Beratung bestätigen soll und sich dann nicht Gewissheit über die Richtigkeit der Beratung verschafft, handele hingegen grob fahrlässig.

Quelle: Oberlandesgericht Celle - erhältlich in der Landesrechtsprechungsdatenbank Niedersachsen von 03.11.2008
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