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Artikelnummer: 11100211
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WCCB: WIRTSCHAFTSSTRAFKAMMER ERÖFFNET VERFAHREN GEGEN WCCB-INVESTOR
Im Strafverfahren unter anderem gegen den ehemaligen 51-jährigen WCCB-Investor Dr. K. hat das Landgericht Bonn das Verfahren eröffnet.
Das Strafverfahren wird zudem gegen einen 54-jährigen früheren städtischen Berater, einen 48-jährigen Rechtsanwalt und einen als Rechtsberater aufgetretenen 66-jährigen Juristen geführt. Der WCCB-Investor soll unter anderem im Rahmen der Verhandlungen über den Bau und den Betrieb des „World Conference Center Bonn“ (WCCB) gemeinsam mit dem 48-jährigen Rechtsanwalt und dem 54-jährigen früheren städtischen Berater sowohl gegenüber den Verhandlungspartnern in der Verwaltung als auch den Mitgliedern des Stadtrates wahrheitswidrig den Eindruck erweckt haben, hinter der durch den Investor als Vorstandsvorsitzender (CEO) vertretenen SMI Hyundai Corporation (SMI) stehe der weltweit bekannte, koreanische Baukonzern Hyundai Engineering & Construction Co. Ltd als Teil der Hyundai-Gruppe. Ausweislich der Anklage sollte so der wahrheitswidrige Eindruck erweckt werden, dass einerseits hinter der SMI ein finanziell und personell leistungsstarker Großkonzern mit Erfahrungen mit Baugroßprojekten stehe, andererseits auch gerade dadurch die SMI in der Lage sei, insgesamt 40 Mio. € als Eigenkapital aufzubringen. Tatsächlich sollen der Investor und die beiden weiteren Angeklagten dadurch gezielt den Abschluss des Projektvertrages zum Bau und Betrieb des WCCB veranlasst haben, obwohl sie wussten, dass die SMI für die Verwirklichung des Großprojekts finanziell nur unzureichend ausgestattet war. Ziel der Angeklagten sei es gewesen, sich über das durch die wahrheitswidrige Beschreibung der SMI zugesprochene WCCB-Projekt Gewinne aus dem Projekt zu verschaffen, staatliche Fördermittel und durch die projektbezogenen Immobilien besicherte Kredite zu erlangen sowie das WCCB-Projekt im internationalen Finanzmarkt als Sicherheit zur Akquise weiterer Projekte für die SMI zu verwenden. Konkret werden dem Investor zwölf Fälle des Betruges beziehungsweise der Untreue im besonders schweren Fall, versuchter Betrug in Tateinheit mit Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung sowie Bestechung und Bestechung im geschäftlichen Verkehr im besonders schweren Fall vorgeworfen. Der ehemalige städtische Berater muss sich wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr im besonders schweren Fall, Beihilfe zur Bestechung sowie Betruges im besonders schweren Fall verantworten. Dem 48-jährigen Rechtsanwalt wird Betrug und Bestechung im geschäftlichen Verkehr jeweils im besonders schweren Fall sowie Bestechung, dem Rechtsberater wird Beihilfe zum Betrug im besonders schweren Fall in drei Fällen vorgeworfen.

Quelle: Landgericht Bonn - Pm vom 21.09.2011 von 30.09.2011
http://www.lg-bonn.nrw.de/ Externer Link
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