Hessen / Miet- und Wohnungseigentumrecht /
Artikelnummer: 12070129
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SCHIMMEL IN DER WOHNUNG – MIETER MÜSSEN NICHT WÄHREND DER ARBEITSZEIT LÜFTEN
Das Landgericht Frankfurt hat entschieden, dass einem Mieter bei Schimmelbefall der Wohnung eine drei- bis viermalige Lüftung der Wohnung am Tag zugemutet werden kann. Anders als das Amtsgericht hält das Landgericht Frankfurt am Main das Stoßlüften 3 bis 4 mal täglich auch für einen berufstätigen Mieter nicht für unzumutbar. So könne morgens vor Verlassen des Hauses 1 bis 2 mal gelüftet werden, dann am Nachmittag nach Rückkehr von der Arbeit und am Abend.
Im konkreten Fall hatte ein Sachverständiger ausgeschlossen, dass die Ursache für die Schimmelbildung in von außen eindringender Feuchte liegt, sondern vielmehr eine Dampfdiffusion durch nicht ausreichende Lüftung des Mieters als ursächlich angesehen. Unter diesen Umständen sah das Gericht eine entsprechende regelmäßige Lüftung zumindest bis zu einer deutlichen Reduzierung der Luftfeuchtigkeit als zumutbar an.

Quelle: Landgericht Frankfurt am Main - PM vom 30.05.2012 von 07.02.2012
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